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8. UKE-Benefizlauf für organtransplantierte Kinder und Familienfest am 8. Juli 2023

In 80 Tagen um die Welt für organtransplantierte Kinder – am 19. April 2023 war Startschuss zum diesjährigen Spendenlauf des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Noch bis zum 8. Juli 2023 können Interessierte kostenlos teilnehmen und beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen für jeden Kilometer spenden. Der Erlös kommt organtransplantierten Kindern und Jugendlichen im Kinder-UKE zugute.

Katharina Fegebank, Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Prof. Dr. Christian Gerloff, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE, und Prof. Dr. Ania C. Muntau, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE, schickten zum Start die ersten Aktiven auf die Strecke.

In den ersten Kilometer ist Tagesschausprecher und „Ironman“ Thorsten Schröder zusammen mit rund 100 Laufbegeisterten gestartet. Der aus der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ bekannte Schauspieler Hans Sigl war ebenfalls vor Ort und hat sich bei einer Visite im Kinder-UKE ein Bild von der Versorgung organtransplantierter Kinder gemacht.

Interessierte können sich hier einzeln oder als Team registrieren, die erreichten Kilometer online angeben und für jeden Kilometer einen frei gewählten Betrag, zum Beispiel 1 Euro, spenden.

Zum Abschluss der Benefizaktion lädt das UKE am 8. Juli zum großen Familienfest mit Finallauf im Eppendorfer Park!

Hier gibt es alle Informationen zum Spendenprojekt und die Aktionspostkarte zum Download.

Neuer Sozialratgeber für Familien mit chronisch krankem Kind

Die Gesellschaft für Jugend- und Familienhilfe e.V. (GJFH), die seit 1994 als bundesweit anerkannter Träger der Jugendhilfe Kinder, Jugendliche und Erwachsene begleitet, hat kürzlich in Zusammenarbeit mit der Firma Albireo den „Sozialratgeber für Deutschland – Wegweiser zur Orientierungshilfe für Familien mit einem chronisch kranken Kind“ herausgegeben.

Die Fachkräfte des Vereins unterstützen und fördern junge Menschen bei ihrer psychischen, gesundheitlichen und sozialen Entwicklung
und beraten Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei ihren Erziehungsaufgaben und ihrer Alltagsbewältigung. Familien mit chronisch kranken Kindern sind besonders belastet und benötigen neben der medizinischen Versorgung konkrete Informationen und Unterstützung. Es zeigt sich, dass sowohl die Eltern selbst als auch die Fachkräfte, die sie unterstützen, oft überfordert den vielfältigen Hilfeformen und -möglichkeiten gegenüberstehen.

Den nun erschienenen Sozialratgeber möchten wir Ihnen und Euch daher als überaus hilfreichen Wegbegleiter sehr ans Herz legen. Und keine Sorge: Es sind keine medikamenten- oder produktbezogenen Informationen darin enthalten.

Hier lässt sich die Broschüre direkt herunterladen.

 

So war unser Familientag in Essen

Um die Mittagszeit trudeln gut 150 Gäste im Hörsaalzentrum der Uniklinik Essen ein – 60 davon Kinder. Das Besondere: Sie sind alle lebertransplantierte oder leberkranke Kinder und ihre Geschwister. Während ihre Eltern im Hörsaal Platz nehmen, dürfen die Kleinen einen unbeschwerten Tag mit Kinderschminken, Musizieren, Fußball spielen, Rudern oder Inline-Skaten verbringen. Am Samstag, 15. April, fand der Familientag des Vereins Leberkrankes Kind e.V. an der Universitätsklinik Essen statt – mit einem Vortragsprogramm für interessierte Eltern und Entertainment für die Kinder, die sonst zu Blutentnahmen, Untersuchungen oder Biopsien an die Klinik kommen.

 Prof. Dr. Michael Berger, seit Januar Leiter der Kinderchirurgie, sprach über die chirurgischen Besonderheiten von Lebertransplantationen bei Kindern. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, das müssen wir als Chirurgen immer berücksichtigen.“ Gemeinsam mit seinem Team arbeitet Berger daran, die Operationstechniken weiter zu verbessern und intelligente Drainage- und Katheter-Systeme zu entwickeln – auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. „Wir möchten die Gefahr von Komplikationen nach Operationen so gering wie möglich halten, damit die Kinder schnell wieder nach Hause können.“

Prof. Dr. Michael Berger, Leiter der Kinderchirurgie am Uniklinikum Essen, informierte über chirurgische Aspekte der Lebertransplantation bei Kindern (Foto: Daniel Lagerpusch Photography)

Wie lange hält eine transplantierte Leber?

Bergers Kollegin, Oberärztin Prof. Dr. Elke Lainka, ging auf die Frage ein, die allen Eltern transplantierter Kinder unter den Nägeln brennt: Wie lange hält eine transplantierte Leber? „Das lässt sich natürlich nicht allgemeingültig beantworten“, sagt die Kinderhepatologin und Transplantationsmedizinerin. „Aber man kann einiges tun, um die Chancen zu erhöhen, dass das Transplantat möglichst lange hält.“ Die Mitarbeit der Eltern ist für den Transplantationserfolg von essentieller Bedeutung. „Transplantierte Kinder brauchen ihr Leben lang Medikamente. Diese Immunsuppressiva müssen unbedingt regelmäßig und zuverlässig eingenommen werden, um vor einer Abstoßung zu schützen. Hier sind die Eltern gefragt, in der Familie ein Bewusstsein dafür zu schaffen“, so Lainka. Auch regelmäßige Blutentnahmen und Ultraschalluntersuchungen sind wichtig.

Rund 60 lebertransplantierte Kinder und ihre Geschwister nahmen am Familientag teil, einige hörten auch den Vorträgen im Deichmann-Auditorium zu. Foto: Daniel Lagerpusch Photography

Deutschland hinkt bei Organspende hinterher

Auch ein Vortrag zum Transplantationsgesetz stand auf dem Programm. Hier wurde deutlich, dass Deutschland seinen Nachbarländern in Sachen Organspende noch weit hinterherhinkt, unter anderem aufgrund der fehlenden Widerspruchslösung. Berührend war der Erfahrungsbericht einer jungen Erwachsenen, die mit zwölf Jahren aufgrund eines akuten Leberversagens transplantiert werden musste und heute selbst im medizinischen Bereich arbeitet.

Hochspezialisiertes Leberzentrum

Die Klinik für Kinderheilkunde II des Universitätsklinikums Essen ist eines der wenigen hochspezialisierten Zentren für die interdisziplinäre Behandlung und Erforschung komplexer Lebererkrankungen und pädiatrische Lebertransplantationen. Im Jahr 2022 wurden hier 14 Kinder lebertransplantiert, davon vier Säuglinge. Viele Familien müssen weite Wege auf sich nehmen, damit ihr Kind in Essen die bestmögliche Behandlung erhält. So auch Familie Menges aus Ransbach-Baumbach im Westerwald. Bei Sohn Moritz, geboren 2015, wurde die seltene Lebererkrankung PFIC Typ 2 diagnostiziert. Anfang 2017 konnte Papa Klaus ihm ein Stück seiner Leber spenden. Seit fünf Jahren engagiert sich der Steuerberater ehrenamtlich als Schatzmeister im Vorstand des Vereins Leberkrankes Kind e.V.

In Essen lebertransplantiert und Rot-Weiß-Essen Fan: Moritz (7) aus Ransbach-Baumbach. (Foto: Daniel Lagerpusch Photography)

Netzwerktreffen für betroffene Familien

Der Verein Leberkrankes Kind e.V. ist ein deutschlandweit einzigartiges Netzwerk für Familien mit leberkranken und lebertransplantierten Kindern und hat rund 300 Mitgliedsfamilien. „Wenn eine Familie die Diagnose erhält, dass das Kind eine Lebererkrankung hat, womöglich sogar transplantiert werden muss, ist das erstmal ein Schock. Wir vom Verein sind der erste Ansprechpartner und möchten den Familien vor allem eines vermitteln: Ihr seid nicht allein!“, sagt die Essenerin Berit Kunze-Hullmann, erste Vorsitzende des Vereins und selbst Mutter einer Tochter, die im Alter von einem Jahr lebertransplantiert wurde. Der Familientag des Vereins findet jährlich wechselnd an einer der auf Lebererkrankungen spezialisierten Universitätskliniken in Deutschland statt.

 

 

INFOS zum Familientag 2023

Link für die virtuelle Teilnahme/Live-Stream zu den Vorträgen

Familientag des Vereins Leberkrankes Kind e.V. (Programm unter: https://relaunch.leberkrankes-kind.de/2023/03/02/familientag-2023/)
15. April 2023 ab 12:00 Uhr bis ca. 16:45 Uhr

Zoom-Meeting beitreten:  https://us02web.zoom.us/j/85602288311?pwd=c1VYYysxUWRUWDFoZEs3Zy9aZ3k2UT09

Meeting-ID: 856 0228 8311
Kenncode: 471726

 

Infos zur Teilnahme vor Ort

Programm Kinderbetreuung

Zaubern und Ballontiere mit Daniel
12:30 Uhr – 13:45 Uhr
Schminken mit Cati
12:30 Uhr vor dem Audimax
Musik & Instrumente mit Susann Kobus
12:30 Uhr
Gruga Gruppe
(Fußball, Spielplatz, Niedrigseil-Parcours, Spielhaus mit Bällebad…)
12:30Uhr – 14:15 Uhr und evtl. ab 14:45 Uhr
Skaten ab 6 Jahre – !!! wichtig: Wenn möglich, bitte eigene Schoner und Helme mitbringen!! Skates sind vor Ort vorhanden
14:30 Uhr – 16:30 Uhr
vor dem Ronald McDonald Elternhaus (2 Gruppen)

Parkplätze
Bitte denkt daran, dass die Veranstaltung nicht direkt in der Uniklinik Essen stattfindet, sondern im Lehr- und Lernzentrum an der Virchowstraße 163a. In der Virchowstraße und drumherum gibt kostenfreie Parkplätze, die aber vor allem bei gutem Wetter schnell voll sind, sowie ein kostenpflichtiges Parkhaus, das auch samstags geöffnet hat.

Hygieneregeln
Es besteht keine Corona-Testpflicht oder Maskenpflicht im Rahmen der Veranstaltung. Wir bitten euch aber, bei Krankheits- oder Erkältungssymptomen von der Teilnahme abzusehen.